Das Schloss einst & jetzt...


Das Schloss von Fuchsmühl kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Im 13. Jahrhundert war im heutigen Fuchsmühler Ortsteil Fürstenhof das Adelsgeschlecht von „Vossenhofen“ ansässig. Diese waren sicherlich auch für die Erbauung der „Vossenmühle“, dem Vorläuferbau des heutigen Schlosses, verantwortlich. Der Name kommt vom bayrischen Namen „Fuass = Fuchs“ (mhd.Voss).

Die erste urkundliche Erwähnung des Fuchsmühler Schlosses erfolgte im Jahr 1363 als „Fossenmühle“, das zu dieser Zeit Hans Heckel besaß. Die Heckel waren ehedem ein sehr einflussreiches und bedeutendes oberpfälzisch/ egrisches Adelsgeschlecht. Um 1370 erwarben die Landgrafen von Leuchtenberg den damaligen Gutsbezirk mit der Mühle, der aber schon 1394, im Wege des Tausches, an den Wittelsbacher Kurfürsten Ruprecht den Jüngeren ging. Damit war Fuchsmühl wittelsbachisches „Hausgut“ geworden, es verblieb bis 1918 im Besitz der Wittelsbacher.

Die wittelsbachischen Landesherren vergaben das nunmehr kurpfälzische Lehensgut Fuchsmühl im Verlauf von fünf Jahrhunderten an mehrere ländsässische Adelsgeschlechter. Nach einer erstmaligen Verpfändung an das nahe Kloster Waldsassen ging das Rittergut im Jahr 1488 als Lehensbesitz an den Ritter Konz von Wirsberg über, der es nur 20 Jahre später an die Trautenberger verkaufte.

Die kurpfälzischen Landsassen von Trautenberg besassen das Lehengut, bis auf eine kurze Unterbrechung während des Dreissigjährigen Krieges, über rund 150 Jahre. Der vorletzte Trautenberger auf Fuchsmühl, Stefan Ulrich, war ein rechter Haudegen, der einige Jahre auf protestantischer Seite kämpfte und auch das Schloß Fuchsmühl mit eigener Hand verteidigte. Im Jahr 1658 veräußerte sein Neffe, der nunmehr letzte Trautenberger auf Fuchsmühl, das Gut an die böhmische Adelsfamilie Daniel von Froschhammer.

Georg Christopf Daniel von Froschhammer - später nahm die Familie den Namen Froschheim an -war der erste Daniel (Donnikl= Daniel-Nikolaus) auf Fuchsmühl. Er war mit Susanna von Nothaft verheiratet, deren Familie im nahen Friedenfels ansässig war. Dessen Sohn Franz Heinrich von Froschheim war der Erbauer der hiesigen Wallfahrtskirche; am gleichen Platz hatte schon sein Vater eine Kapelle erbauen lassen. Im Jahr 1820 starb Baron Joseph Maria Daniel Freiherr von Froschheim als letzter seines Stammes in Fuchsmühl. In der ehemaligen Schlosskapelle erinnern noch eine Votivtafel und das Familienwappen an das Adelsgeschlecht von Froschheim.

Eine kurze Beschreibung aus dem Jahr 1777 zeigt den Gebäudebestand des damaligen Schloßgutes auf: Zum ersten besteht die Befestigung zu Fuchsmühl aus einem Schloss welches der Weiher umfasst, worin 5 Gebäude mit Stuben, Kammern, Gewölben und Getreideboden sind, bei letzterem befindet sich die Schloss Kapelle „zur Maria Erfreuung“. Zu dieser Zeit war das jetzige Herrenhaus noch nicht erbaut, es wird wahrscheinlich zwischen 1780 und 1800 errichtet worden sein.

Nach der Ära Froschheim verlieh König Max I. von Bayern das Gut als Kronlehen an seinen Staatsminister Freiherr von Zentner, der sich durch die wesentliche Mitarbeit, an der Einführung einer konstitutionellen Verfassung, für das Königreich Bayern ausgezeichnet hatte. Das war im Jahr 1821. Sechszehn Jahre später verstarb sein Enkel und Erbe, Julius von Ringel, nach dessen Tod fiel das Kronlehen Fuchsmühl wieder an das Königreich zurück.

Schließlich kam fünf Jahre darauf das Gut in die Hände des Adelsgeschlechts, dessen Name am negativsten mit Fuchsmühl verbunden sein sollte, aufgrund seiner aktiven Rolle bei der sogenannten „Fuchsmühler Holzschlacht“. König Ludwig I. belehnte am 05. Oktober 1842 den Generalleutnant Karl Frh. von Zoller mit dem „heimgefallenen Mannritterlehen“ Fuchsmühl. Nur 90 Jahre nach dem ersten Freiherrn von Zoller auf Fuchsmühl musste sein Urgroßneffe Alexander von Zoller aufgrund einer immensen Schuldenlast das Schloss und seinen Grund und Boden verkaufen. Baron Freiherr Alexander von Zoller lebte noch bis Ende der 1940iger Jahre im Schloss als Mieter. 1961 verstarb er völlig verarmt in Dorfen, östlich von München.
Nach 1945 war auch ein Kinderheim unter Leitung von Ordensschwestern aus dem Sudetenland im Schloß untergebracht Im Jahre 1950 erwarb die Gemeinde Fuchsmühl schließlich den Schlosskomplex von der Stadt Augsburg, wobei die Wirtschaftsgebäude zu Sozialwohnungen ausgebaut wurden.

Das Herrenhaus und ein Teil der ehemaligen Verwaltungsgebäude wurden in den fünfziger Jahren veräußert und vom neuen Besitzer als Pension umgebaut. Als diese wegen wirtschaftlicher Problemen wieder schließen musste, nutzte diese Räume die Porzellanfabrik Seltmann als Unterkunft für ihre ausländischen Mitarbeiter.

Erwin Borm und Helmut Betz erwarben 1968 das Schloss. Sie investierten viel und schufen ein Hotel, das von 1987 bis 2010 als Kur- und Bildungseinrichtung sowie Erholungsstätte für Senioren, Familien, Kinder und Behinderte diente.
1987 wurde das Schloss der Berliner Arbeiterwohlfahrt als Schenkung vermacht.
Aufgrund der Insolvenz wurde Anf. 2011 der Hotelbetrieb eingestellt.

2014 übernimmt der Münchner Bernd Artinger das Schloss und beginnt mit der Renovierung....

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